Dooring II

Die amerikanische Zeichnerin und Fahrradfahrerin Bekka Wright widmet sich 2012 in ihrem Blog Bikeyface humorvoll dem Dooring.

bikeyface1

Dooring kennt fast jeder Fahrradfahrer aus eigener Erfahrung oder aus Berichten von Kollegen und Kolleginnen, die privat oder beruflich mit dem Rad durch Berlin oder anderswo fahren. Das unaufmerksame Öffnen der Fahrzeugtüren durch den/die FahrerIn oder der MitfahrerInnen auf der Fahrerseite des Fahrzeugs und das unaufmerksame Türöffnen und Aussteigen aus dem Fonds eines Fahrzeugs betrifft nicht nur Taxi-Fahrgäste. Dooring ist eine Gefahr für FahrradfahrerInnen auf der ganzen Welt. 8 bis 12 Prozent aller Fahrradunfälle, ja nach Land, werden darauf zurückgeführt, dass AutofahrerInnen oder BeifahrerInnen die Fahrzeugtüren öffnen, ohne vorher sicherzustellen, dass der fließende Verkehr das auch zulässt.

In vielen Ländern laufen Kampagnen um Fahrzeuginsassen und Fahrradfahrer auf die Problematik hinzuweisen.

In Melbourne gab es eine TWITTER-Kampagne unter dem Hashtag #LOOKB4UOPENDOOR und ein Crowdfunding um Aufkleber und Plakate zu produzieren und Australien auf die Gefahr für FahrradfahrerInnen durch das Dooring hinzuweisen.

lookb4uopendoor

In Kanada wird von verschiedenen staatlichen Stellen für Rücksichtnahme auf FahrradfahrerInnen geworben.

Einmal auf nette Art

open-your-eyes

oder etwas direkter in Quebec mit dem diskreten Hinweis

cycling-dooring-fines

auf das zu erwartende Bussgeld. Auch in Ottawa hängen Plakate zu dieser Thematik.

ottawa_dooring_poster

Aus den USA kennen viele New York-Besucher die Hinweisschilder an den Türinnenseiten oder den Fenstern vieler Yellow Cabs.

ny-yellowcab

Auch andere Städte in den USA, wie z.B. Chicago und/oder der Staat Milwaukee wenden sich mit Hinweisschildern und Aufkleber an die Verursacher des Doorings.

milwaukee

Bei unseren Nachbarn in Österreich informierte 2015 die Fahrradlobby (vergleichbar mit dem deutschen ADFC) über den Sicherheitsabstand.
radlobby

In Berlin ist mir keine Kampagne des Landes Berlin oder des Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bekannt und ich habe bei meiner Recherche leider auch nichts dazu gefunden.

Der ADFC versucht mit Broschüren und Artikel seine Mitglieder auf die Gefahr, die von unachtsam geöffneten Autotüren ausgeht, hinzuweisen und gibt Tipps um der Gefahr zu entgehen.

2015 erhielt Karlsruhe den Deutsche Fahrradpreis 2015 für die Kampagne Liebe auf den ersten Schulterblick, die AutofahrerInnen und FahrradfahrerInnen für den Schulterblick sensibilisieren sollte. Es ging allerdings vorrangig um das Verhalten von FahrzeugführerInnen beim Abbiegen.

Einen guten, ausführlichen und lesenswerten Artikel zur Thematik der unachtsam geöffneten Fahrzeugtüren und deren rechtliche Folgen hat Ingrid Weidner in DIE ZEIT im Mai 2016 veröffentlicht.

 

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